Herdbuchabteilung Rheinland-Nassau

Geschichtliches
Das Zuchtbuch (auch Herdbuch oder Zuchtstammbuch) ist eine geordnete Zusammenstellung beglaubigter Abstammungsnachweise von Zuchttieren, Tierfamilien oder Stämmen. Die Viehzucht hat ein großes Interesse, die Abstammung der Zuchttiere zu kennen, weil deren Nachkommenschaft die verlangten Eigenschaften umso sicherer besitzen wird, je reiner Eltern und Voreltern des betreffenden Tiers in der bestimmten Rasse fortgezüchtet sind, und je ausgeprägter diese die schätzbaren Rasseeigentümlichkeiten besaßen.

Die ersten bekannten Zuchtbücher stammen aus dem 2. Jahrtausend v. Chr., so existieren beispielsweise Zuchtbücher in hethitischer Sprache aus dem 14. Jahrhundert v. Chr.. In England legte man schon 1793 mit dem General stud book das erste moderne Zuchtbuch an, welches bis zur Gegenwart fortgeführt worden ist und die Abstammungsnachweise der englischen Vollblutpferde enthält. Das erste deutsche Zuchtbuch der Pferdezucht war das "Norddeutsche Gestütbuch" von 1842. Bereits vier Jahre zuvor erschien 1838 in Nordwestdeutschland das erste Rinderherdbuch. Ausgehend von der englischen Pferdezucht entwickelten sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Zuchtvereine von Haustierrassen die Herd- oder Stammbücher anlegten.

Gründung des Herdbuches Rheinland-Nassau
Auf der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Rheinland-Nassau im Frühjahr 1967 wurde entschieden im Landesverband eine Herdbuchabteilung zu gründen. Heinz Kasel (RN 64 Wittlich) wurde gebeten die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Nach einer Anlaufzeit von zwei Jahren, fand am 21. September 1968 die Gründungsversammlung in Koblenz statt. Anwesend waren: Als Referent für Kleintierzucht bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (damals noch LWK Rheinland-Nassau), Dr. Quadflieg; vom Landwirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz, Landwirtschaftsrat Horneff.; vom Landesverband Rheinland-Nassau, LV-Vorsitzender Kurt Haußmann, Preisrichterobmann Robert Baldus, Züchterfreund Heinz Kasel, Heinz Petermann, Jakob Rodermund und Karl Teusch.

Der Anerkennungsausschuss im Gründungsjahr
In den Anerkennungsausschuss wurden gewählt: Dr. Quadflieg, Heinz Kasel, Kurt Haußmann und Jakob Rodermund.

Der Körausschuss im Gründungsjahr
In den Körausschuss wurden die Preisrichter Robert Baldus, Karl Knieper und Heinz Petermann gewählt. Die Führung der Kassengeschäfte übernahm Karl Teusch. Das Gründungsprotokoll wurde von Dr. Quadflieg, als dem Verantwortlichen der Landwirtschaftskammer, Kurt Haußmann, als LV-Vorsitzendem und Heinz Kasel, als Herdbuchobmann, unterschrieben.

Körung der Kaninchen
Die erste Körung wurde am 26.10.1969 unter Leitung des Züchterfreundes Karl Knieper, der 1971 zum Landesverbandsvorsitzenden gewählt wurde, durchgeführt. Die Landwirtschaftskammer musste dafür die Genehmigung erteilen. Gekört wurden 24 Großchinchilla des Herdbuchanwärters Karl Teusch, 29 Lohkaninchen, schwarz des Anwärters Jakob Rodermund und 30 Lux-Rex des Herdbuchanwärters und Herdbuchobmannes Heinz Kasel. Die Körung wurde an den Stallungen der Anwärter durchgeführt. Sie erstreckte sich auf Vollkörung nach Zuchtleistung der Alttiere und auf Vorkörung der Jungtiere. Das Körergebnis wurde der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz zugeleitet, die damals für die Anerkennung des Herdbuchbetriebes zuständig war.

Neubelebung der Herdbuchabteilung
Die Bemühungen weitere Herdbuchzüchter zu gewinnen verliefen zäh. Man brauchte bis 1973 um dem Herdbuch im LV Rheinland-Nassau neue Impulse zu geben. Am 02.09.1973 fand in Bendorf eine außerordentliche Herdbuchversammlung statt. Anwesend waren: Adolf Heinrich, Heinz Lauer, Heinrich Buchholz, Heinz Fiedler, Edgar Hammann, Peter Anton Heil, Peter Hoefer, Karl Heinz Reinig, Eugen Schmid, Hans Stampff, Heinz Trepper und Karl Wagner sowie Dr. Webler von der LWK, der LV-Vorsitzende Karl Knieper, der Gründer des Bayerischen Herdbuchs, Züchterfreund Brünning und der LV-Preisrichterobmann Robert Baldus.

Herdbuchvorstand 1973  
Vorsitzender Karl Heinz Reinig
Schriftführer Peter Hoefer
Kassierer Heinz Lauer
Zuchtwart Eugen Schmid

Die ersten anerkannten Herdbuchzüchter
Als Körrichter wurden die Züchterfreunde Reinig und Schmid bestimmt. Die Stallschaukommission wurde durch den Vorsitzenden, den Schriftführer und den Zuchtwart gebildet. Die Aufnahmegebühr wurde auf 10,00 DM festgesetzt. Der Jahresbeitrag auf 12,00 DM. Die erste Herdbuchschau wurde im Winzerverein in Rhens durchgeführt. Nachdem die Züchterfreunde Heinz Fiedler, Edgar Hammann, Peter Anton Heil, Peter Hoefer, Heinz Lauer und Karl Heinz Reinig drei Jahre Herdbuchzüchter waren und die sonstigen Bedingungen für das Herdbuch erfüllt hatten, wurde ihnen die Urkunde eines Herdbuchzüchters im Jahre 1977 verliehen.
In jedem Jahr wird eine Körung am Stall, mit gleichzeitiger Stallschau durchgeführt. 1989 bestand das Herdbuch aus 20 Mitgliedern, wovon 12 Mitglieder anerkannte Herdbuchzüchter waren.

Herdbuchvorstand 1989  
Vorsitzender Karl-Heinz Reinig
Stellvertreter Werner Rudolph
Schriftführer Peter Hoefer
Kassierer Helmut Buschner
Zuchtwart Edgar Hammann

Im Jubiläumsjahr des Landesverbandes Rheinland-Nassau (50 Jahre LV Rheinland-Nassau) 1999 bestand das Herdbuch aus 24 Mitgliedern.

Herdbuchvorstand 1999  
Abteilungsleiter Günter Brandt
Protokollführer Peter Hoefer
Schatzmeister Helmut Buschner
Zuchtberater Bernd Krieger

Das Herdbuch ist unter Leitung des Abteilungsleiters, Günter Brandt, so aktiv wie nie zuvor. Fast jedes Jahr wird eine Herdbuchschau durchgeführt. An der Herdbuchvergleichsschau der Landesverbände Baden, Rheinland-Nassau, Rheinland-Pfalz und Saar, die alle zwei Jahre durchgeführt wird, beteiligt man sich mit großem Erfolg. 1997 ging man erstmals als Sieger dieser Schau hervor. An 24./25.10. 1998 wurde die Vergleichsschau, Dank des Einsatzes des Abteilungsleiters Günter Brandt, in Plaidt, im eigenen Landesverband durchgeführt. Auch hier gewann die Herdbuchabteilung unseres Landesverbandes den Länderherdbuchwettbewerb. Der LV-Vorsitzende des LV Baden, Oskar Leicht und unser LV-Vorsitzender Josef Groß, konnten den erfolgreichen Herdbuchzüchtern die Landesverbandsehrenpreise ihrer Landesverbände überreichen. Mit einer Vorstandstätigkeit seit 02.09.1973 ist der Herdbuchzüchter Peter Hoefer am längsten im Vorstand. Im Jahre 1999 wurden 600 Kaninchen gekört.

Herdbuchvorstand 2006  
Ehren-Abteilungsleiter Günter Brandt
Abteilungsleiter Walter Riedel
Stellvertreter Edgar Hammann
Protokollführer Peter Hoefer
Schatzmeister Helmut Buschner
Zuchtberater Bernd Krieger
   
Herdbuchvorstand 2007  
Ehren-Abteilungsleiter Günter Brandt
Abteilungsleiter Edgar Hammann
Stellvertreter Georg Pacholek, ab 2008
Geschäftsführerin Ursula Ebel
Schatzmeisterin Ursula Ebel
Zuchtberater Bernd Krieger

Das Herdbuch Rheinland-Nassau feiert 40-jähriges Jubiläum (Mit Klick Bild vergrößern)

Abt.-Ltr. Herdbuch: Edgar Hammann, LV Rheinland-Nassau, Wolfgang Wüst, ZDRK, Hans Thome, Saar, 2. Abt.-Ltr. Saar, Waldemar Meisberger (v. r.) Edgar Hammann, 2. KV-Vorsitzender Neuwied, Josef Radermacher,  LV-Vorsitzender Josef Groß, Hans Thome (v. l.) Geschäftsführerin Herdbuch, Ursula Ebel, Geschäftsführerin Widder-/Sachsengoldclub, Roswitha Groß
(v. l.)
Pressevertreter, Abteilungsleiter Angorazucht, Peter Hoefer (v. l.)
Abteilungsleiter Herdbuch im Zentralverband, Wolfgang Wüst, Abteilungsleiter Herdbuch Rheinland-Nassau, Edgar Hammann (v. l) LV-Schatzmeister, Peter Teschner und Frau Christiane 2. Abt.-Ltr. Herdbuch, Georg Pacholek, Christiane Teschner, Pressevertreter, Peter Teschner, Wolfgang Wüst (v. l.) Vorsitzender Riesenclub u. Herdbuchmitglied, Alfred Liesenfeld, "Musikus" Martin Krupp, Josef Radermacher (v. r.)

LV-Schatzmeister, Peter Teschner, ZDRK-Abteilungsleiter-Herdbuch, Wolfgang Wüst, LV-Abteilungsleiter-Herdbuch LV-Rheinland-Nassau, Edgar Hammann, LV-Vorsitzender, Josef Groß, Kreistagsabgeordneter, Günter Schäfer, 2. KV-Vorsitzender Neuwied, Josef Radermacher, LV-Abteilungsleiter-Herdbuch Saar, Hans Thome (v. l.)