Bereits am 21. November 1949 führte der Verein Lützel in
Koblenz-Lützel eine Lokalschau durch, Ausstellungsleiter war Albin Gast. Am
26.11.1949 wurde eine Lokalschau in Simmern und am 10.12.1949 eine Lokalschau in
Niederbieber durchgeführt. Die nachweislich erste Kreisschau wurde durch den
Kreisverband Koblenz am 03.12.1949 in Höhr-Grenzhausen durchgeführt. Der R 355
Metternich führte am 8.1.1950 eine Lokalschau durch, Vorsitzender
des Vereines war Johann Hoffmann. Der Kaninchenzuchtverein H 177 1924
Höhr-Grenzhausen feierte am 4.12.1949 sein 25-jähriges Jubiläum, verbunden
mit einer überörtlichen Schau. Vereinsvorsitzender war Alois Schmitz, der auch
noch am 01.01.1957, als der Verein in RN 3 Höhr-Grenzhausen umbenannt wurde, im
Amt war. Mitglieder des H 177 ab 1.1.1946 waren unter anderem die im
Landesverband unvergessenen Kurt Haußmann und
Hubert Schmidt.
Die zweite
Kreisschau des KV Koblenz wurde am 8./9.12.1950 vom Verein Bad Ems
durchgeführt, Ausstellungsleiter war Eugen Haußmann, Bad Ems. Am 22.11.1950
wurde die Arbeitsgemeinschaft der Angorazucht in Koblenz gegründet. Leider war
diese Arbeitsgemeinschaft nicht lange tätig. Während das Ausstellungswesen in
den Vereinen und Kreisverbänden klappte, wurden seitens des Vorstandes
Anstrengungen unternommen, eine Landesschau durchzuführen.
Die
Landwirtschaftskammer richtete die 1. Landestierschau vom 8.-16.9.1951
in Koblenz aus. Hier stellten Züchter aus dem gesamten Verbandsgebiet aus.
Leider konnten nicht alle gemeldeten Tiere ausgestellt werden, da die
Platzverhältnisse dies nicht zuließen.
Der Landesverband bestand im Zuchtjahr
1951 aus 24 Vereinen mit 422 Mitglieder, die 5.243 Kaninchen, davon 1.214 Angora,
züchteten. Auf Initiative des LV-Preisrichterobmanns und zugleich
KV-Vorsitzender des Kreisverbandes Neuwied, Robert Baldus, richtete der R 648 Irlich, heute RN 20 Irlich, am 29.-30.1.1952 eine Schau auf
Landesebene aus.
Am 24./25.1.1953 wurde dann die erste offizielle
Landesschau in Bad Kreuznach durchgeführt. Der Landesverband bestand aus 26
Kaninchenzuchtvereinen, mit 410 Mitgliedern, die im Zuchtjahr 1953 4.972
Kaninchen, davon 1.165 Angora, züchteten. Die zweite LV-Schau fand am 9./10.1.1954
im Weindorf in Koblenz statt. Ausrichter war der Verein Lützel mit dem sehr
aktiven Vorsitzenden Albin Gast. Josef Genius führte, während der LV-Schau,
die erste Schulung der Zuchtwarte durch.
Das Jahr 1954 war für den noch jungen
Landesverband ein bewegtes Jahr. Man war mit der Führung des Landesverbandes
nicht mehr zufrieden, Unmut wurde geäußert. Es ging nicht schnell genug
vorwärts. Auf der LV-Versammlung am 25.05.1954 wurde ein neuer Vorstand
gewählt. Mit der Wahl dieses LV-Vorstandes endete die Geschäftsführung durch
die LWK offiziell. Am 27.3.1955 verstarb Willi Würges, der Schrift- und
Geschäftsführer des Landesverbandes, der auch Vorsitzender des Vereines
Bendorf war. Er wollte im Sinne des Landwirtschaftsrates Josef Genius weiter
arbeiten und darüber hinaus dem Landesverband neue Impulse geben. Dazu ist es
aber nicht gekommen.
Im Jahre der Vereinsgründung waren im Zuchtjahr 1955
alle Vereine von der Beitragszahlung an den Landesverband befreit. Der Beitrag
an den Landesverband betrug in den Jahren 1955/1956 0,45 DM pro Jahr und
Mitglied, bei einem Durchschnittsstundenlohn von 0,70 DM demnach ca. einen
halben Stundenlohn. Der heutige Beitrag an den Landesverband, der bis zur
Umstellung auf Euro 10,00
DM betrug, ist im Verhältnis zum Einkommen nicht höher als 1955. Ab dem
Zuchtjaht 2007 wird ein jährlicher Beitrag von 6,00 Euro pro Mitglied an
den Landesverband gezahlt.
Bewertet
wurden die Kaninchen nach den "Bewertungs-Richtlinien des Zentralverbandes
Deutscher Kaninchenzüchter der westlichen Zonen". Nach diesen Richtlinien
wurde die Bewertung für Alttiere wie folgt festgelegt: 1. Größe; 2.
Körperform und -bau - Rassenmerkmale; 3. Fell - Wolle; 4. Farbe - Zeichnung; 5.
Schaufertigkeit - Kennzeichnung. Es gab für die einzelnen Bewertungskriterien so
genannte besondere Schlüsselzahlen, die nicht auf der Bewertungsurkunde
vermerkt wurden. Als Gesamtbeurteilung gab es die Prädikate vorzüglich, sehr
gut, gut, befriedigend und nicht befriedigend. Das Gesamturteil auf der
Bewertungsurkunde wurde mit den Schlüsselzahlen ergänzt, so dass sowohl das
erhaltene Prädikat als auch die errechnete Gesamtpunktzahl (Schlüsselzahl) in
Erscheinung traten. Als Höchstnote konnte demnach "vorzüglich, 50
Punkte" vergeben werden. Die Rassen wurden in Abteilung I (Große Rassen),
Abteilung II (Mittelgroße Rassen), Abteilung III (Kleine Rassen), Abteilung IV
(Langhaarrassen) und Abteilung V (Kurzhaarrassen) eingeteilt. Es waren 33 Rassen
anerkannt. In Position eins, Größe, wurde beim Deutschen Riesen grau z. B.
eine Körperlänge von 68-72 cm und ein Gewicht zwischen 5,5 und 6,5 kg
gefordert.
Bereits 1956 legte Max Pollmer das Amt des 1.
Vorsitzenden nieder. In der LV-Versammlung am 25.3.1956 in Lützel wurde ein
neuer Vorstand gewählt. Unter dem neuen Vorsitz war jetzt ein gewaltiger
Aufwärtstrend festzustellen. Neue Vereine wurden gegründet, die Mitgliederzahl
stieg. Die Kaninchenzüchter (Tätomeister) tätowierten ihre Tiere mit H für
Hessen oder R für Rheinland. Einige, die darüber nachdenken, werden fragen,
warum dieses sieben Jahre nach Gründung des LV immer noch so war. Alle 79
Kaninchenzüchtervereine in unserem Landesverband beginnen heute mit
"RN". Dieses "RN" steht ja bekanntlich für
Rheinland-Nassau. Bis zur LV-Herbstversammlung am 14.10.56 im Gasthaus
"Bürgerstube" in Koblenz waren die Organisation des LV, die
Vereinszugehörigkeit zu den einzelnen Kreisverbänden, die Namengebung der
Vereine und das anzuwendende Täto kaum, man muss schon sagen überhaupt nicht
geregelt. Es dauerte mehr als sieben Jahre seit der Gründung des LV, bis es zu
einer einheitlichen Regelung in unserem LV kam. Unser erster LV-Vorsitzender, ab
24.3.1949 war dieses Johann Scheidt, unser zweiter LV-Vorsitzender, bis zur
LV-Jahreshauptversammlung am 25.03.1956 Max
Pollmer, hatten wahrscheinlich
zunächst wichtigere Dinge zu tun als z. B. eine LV-Satzung zu erstellen und
beschließen zu lassen, oder sich um die Vereinsnamen zu kümmern.
Der dritte
LV-Vorsitzende F.A. Fandel, der bei der LV-JHV am 25.03.1956 gewählt wurde,
teilte mit Rundschreiben 1/56 die ersten Entwürfe einer LV-Satzung mit. Bei der
Herbstversammlung des LV am 14.10.1956 wurde die erste Satzung des LV
Rheinland-Nassau beschlossen. Bei dieser Herbstversammlung wurde dann auch der
Beschluss gefasst, dass alle KZV des Landesverbandes ab 01.01.1957 das
einheitliche Täto, das mit "RN" beginnt, zu führen haben. Die
Nummern der Vereine wurden ausgelost. Es gab zur damaligen Zeit 31 KZV in
unserem LV. Der KZV RN 33 Ochtendung gehörte z. B. auch zu den damalig
bestehenden KZV. Nun besteht natürlich die berechtigte Frage, warum dann
"RN 33" und nicht höchstens "RN 31", wenn es doch nur 31
Vereine gab. Die Frage ist ganz einfach zu beantworten. Niemand wusste genau,
wie viele Vereine dem LV Rheinland-Nassau angehören wollten bzw. wie viele
Vereine auf dieser Herbstversammlung anwesend waren. Eine Zählung ergab, dass
Mitglieder von 33 Vereinen anwesend waren. Man hatte sich jedoch verzählt und
deswegen anstatt 31 Zettel mit den laufenden Nummern 1 bis 31 die laufenden
Nummern 1 bis 33 in einen Hut geworfen und zur Auswahl bereitgestellt. Die
Nummern 15 und 28 wurden nicht gezogen. Sie blieben frei. So kam es, dass an die
später gegründeten KZV RN 15 Speicher die Nummer 15 und an den KZV RN 28 Diez
die Nummer 28 vergeben wurde.
Ab 01.01.1957 nannten sich die einzelnen Kaninchenzuchtvereine
unseres LV wie folgt
(Vereinsvorsitzende in Klammern):
RN 1 Hönningen (Matthias Heck, Hönningen)
RN 2 Montabaur (Walter Saal, Mantabaur)
RN 3 Höhr-Grenzhausen (Alois Schmitz, Höhr-Grenzhausen)
RN 4 Sinzig (Josef Dahm, Kripp)
RN 5 Bad Ems (Christian Brahm, Bad Ems)
RN 6 Lützel (H. Braschoss, Koblenz)
RN 7 Neuendorf (Johann Bernard, Neuendorf)
RN 8 Weis (Vinzenz Ley, Weis)
RN 9 Winningen (Ernst Löwenstein, Winningen, bis zu seinem Tod 2002
Vorsitzender)
RN 10 Bad Neuenahr (Peter Josef Odenkirchen, Bad Neuenahr)
RN 11 Mertloch (Karl Knieper, Mertloch)
RN 12 Mayen (Georg Velten, Mayen)
RN 13 Trier (Georg Müller, Zemmer)
RN 14 Trier-Heiligkreuz (H. Zaunmüller, Trier)
RN 15 frei
RN 16 Polch (P. Nachtsheim, Polch)
RN 17 Metternich (Jakob Hirt, Metternich)
RN 18 Neuwied (Fritz Höger, Neuwied)
RN 19 Niederbieber (Fritz Polifka, Niederbieber)
RN 20 Irlich (W. Jankowski, Irlich)
RN 21 Obermendig (Josef Hermann, Obermendig)
RN 22 Oberstein 1906 (St. Drenkelfuhs, Idar-Oberstein)
RN 23 Ettringen (Johann Schlaf, Ettringen)
RN 24 Nassau/Lahn (August Wagner, Nassau)
RN 25 Simmern (M. Solzbacher, Simmern)
RN 26 Bendorf (Martin Engel, Bendorf)
RN 27 Oberlahnstein (Josef Eimuth, Oberlahnstein)
RN 28 frei
RN 29 Mittelbollenbach (Hermann Tasch, Mittelbollenbach)
RN 30 Marienhausen (Hubert Schmidt, Marienhausen)
RN 31 Plaidt (Josef Krämer, Plaidt)
RN 32 Wirges (Karl, Erzbach, Wirges)
RN 33 Ochtendung (Peter Neideck, Ochtendung)
Im Laufe der Jahre 1957 und 1958 kamen folgende Vereine dazu:
RN 34 Stockum (Josef Biehl, Stockum)
RN 35 Monreal Eifel-Gold (Werner Feils, Monreal)
RN 36 Rennerod (Johann Rose sen., Rennerod)
RN 37 Weissenthurm (Jakob Zirus, Weissenthurm)
RN 38 Nastätten (Karl Seibel, Nastätten)
RN 39 Konz/Trier (Robert Blau, Konz)
RN 100 Einzelerlaubnis für Dr. H. Rock aus Bernkastel
Der an den LV abzuführende Jahresbeitrag durch die Vereine wurde ab
01.01.1957 auf 1,00 DM festgelegt. Ab 1960 betrug der Beitrag dann 2,00 DM. Mit
Rundschreiben Nr. 4 von 1956 wurde die Drucksachenverteilerstelle des
Landesverbandes Rheinland-Nassau eingeführt, F.A. Fandel übernahm sie selbst.
Schon ein Jahr später schlief die ganze Sache ein. Die
Drucksachenverteilerstelle funktionierte lange Zeit nicht.
Im Jahre 1991 wurde
sie wieder als Landesverbandsdrucksachenverteilerstelle "ins Leben"
gerufen und zunächst von Albert Klaeser geführt. Ab Mai 1993 wird die
Drucksachenverteilerstelle von Roswitha Groß organisiert. Der gesamte Gewinn
wird seit 1991 an den Landesverband abgeführt.
Bei der LV-Schau am
05./06.01.1957 in der Turnhalle in Montabaur wurden die Tiere von den
Preisrichtern Baldus, Hauser und Dames bewertet. Die drei Preisrichter standen
den Züchtern am Tag des Aussetzens, dem 06.01.1957, für Züchterfragen zur
Verfügung.
Am 1.7.1957 wurde auch in unserem LV die Schurkontrolle eingeführt.
Als Vertrauensleute wurden gewählt: Matthias Röhrig, Bad Hönningen, Johann
Schlaf, Ettringen, Eugen Haußmann, Bad Ems, Robert Drenkelfuhs, Idar-Oberstein,
Hubert Schmidt, Marienhausen, Walter Bodens und Georg Müller. Bei der LV-Schau
am 11./12.12.1958 im Saal des Hotels "Michels" in Wirges
wurden die Tiere von den Preisrichtern Baldus, Hauser, Dames, Ries und Metzger
bewertet. Hier standen die Preisrichter ebenfalls für Züchterfragen zur
Verfügung. Danach wurde diese Modalität nicht mehr praktiziert, da einzelne
Züchter nicht fachlich diskutieren wollten, sondern Streit mit den
Preisrichtern suchten, weil sie mit der Bewertung ihrer Tiere nicht
einverstanden waren. Bei der 41. LV-Schau am 9./10.1.1999 in Niederdürenbach
stellte sich der LV-Abteilungsleiter der Preisrichter, Hubert
Kreier, für
Züchterfragen zur Verfügung. Bei der LV-JHV am 2.3.58 in Koblenz im Gasthaus
"Bürgerstube" aßen alle Anwesenden gemeinsam zu Mittag, das
Mittagessen kostete 2,20 DM.
Die Einheitssatzung für Kaninchenzuchtvereine, die der ZDK einführte wurde
bekannt gegeben. Dadurch wurde nach Jahren der Unsicherheit eine gewisse
"Vereinssicherheit" hergestellt. LV-Vorsitzender F.A. Fandel teilte
den Delegierten mit, dass im LV Rheinland-Nassau 500 Mitglieder organisiert
seien. Auf Vorschlag des damaligen LV-Jugendleiters Walter Saal wurde ein
Jugendausweis für jugendliche Züchter eingeführt.
1959 wurde
vom LV Rheinland-Nassau die ZDK-Haupttagung in Montabaur im Spielmann’s
Kurhotel durchgeführt. Für den jungen LV war es ein einmaliges Erlebnis.
Leider konnten an dem Züchterabend nicht alle Züchterfreunde teilnehmen, da
der Saal zu klein war.
Auf der LV-Schau am 09./10.01.1960 in
Irlich wurde zum ersten Mal offiziell eine Jugendgruppe angeschlossen. Aus der
Landesverbandskasse erhielt der Verein, der eine KV-Schau durchführte, einen
Betrag von 50,00 DM.
Im Jahre 1962 bestand der Landesverband aus
folgenden Kreisverbänden: KV Ahrweiler mit zwei Kaninchenzuchtvereinen, KV
Koblenz (9 KZV), KV Lahn-Westerwald (12 KZV), KV Mayen (11 KZV), KV Neuwied (7
KZV), KV Obere Nahe (7 KZV), KV Sieg-Westerwald (5 KZV) und KV Trier-Saarburg
(14 KZV). Es waren 1.195 Mitglieder gemeldet, die 16.729 Kaninchen, davon 412
Angora, züchteten. Wer eine neue Rasse herauszüchten wollte, hatte an den
Landesverband 20,00 DM Genehmigungsgebühr zu zahlen.Das erste
LV-Schiedsgericht wurde provisorisch eingerichtet. 1. Vorsitzender des
LV-Schiedsgerichts wurde Kurt Haußmann,
der auch LV-Obmann für Angora war und
im Frühjahr 1962 bei der JHV zum LV-Vorsitzenden gewählt wurde. Aus
beruflichen aber auch aus persönlichen Gründen legte LV-Vorsitzender F.A.
Fandel sein Amt nieder, an der Jahreshauptversammlung nahm er nicht teil. Die
Hauptversammlung fand im Mai 1962 in Koblenz statt. Zwei Wahlvorschläge standen
im Raum: Kurt Haußmann aus Oetzingen und Georg Velten aus Mayen. Mit großer
Mehrheit wurde Kurt Haußmann zum 1. LV-Vorsitzenden gewählt. Der
Aufwärtstrend im LV wurde fortgesetzt.
1965 wurde die
ZDK-Haupttagung in Braubach durchgeführt, ein einmaliges Erlebnis für alle
Teilnehmer. Alle Landesverbände und Sparten waren vertreten. Man war
überrascht von dem schönen Städtchen und der guten Unterbringung. So wurde
von einigen Teilnehmern anschließend noch Urlaub gemacht. Von Seiten des LV und
auch der Stadt wurde alles getan, um den Teilnehmern den Aufenthalt so angenehm
wie möglich zu gestalten.
Am 26.3.1972 bestand der Landesverband
aus 10 Kreisverbänden, 86 Vereinen, 3 Frauengruppen, 42 Jugendgruppen und einem
Club. Der zweite Club, der RN 200 „Allgemeiner Wienerclub", war am
1.3.1972 abgemeldet worden.
Vereins- und Clubmitglieder = 1.428
Preisrichtervereinigung = 13
Frauen = 39
Jugend = 217
Der Jahresbeitrag, der an den LV abzuführen war, betrug ab dem Zuchtjahr
1985 7,00 DM.
1987 wurde in Bad Neuenahr die erweiterte Präsidiumssitzung ausgerichtet. Bei dieser Gelegenheit verabschiedete sich Kurt Haußmann von den
Mitgliedern des erweiterten Präsidiums, ein schöner und gelungener Abschied.
Nach 25-jähriger Tätigkeit kandidierte Kurt Haußmann aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr. Auf der Hauptversammlung in Urmitz wurde ein neuer
LV-Vorsitzender gewählt. Zwei Wahlvorschläge standen im Raum: Edgar Hammann
aus Neuwied und Werner Rudolph aus Idar-Oberstein. Mit großer Mehrheit wurde
Edgar Hammann zum LV-Vorsitzenden gewählt. Kurt Haußmann wurde zum
LV-Ehrenvorsitzenden ernannt.
Bis 1988 waren die Initialen des Landesverbandes
die zwei ineinanderverschlungenen Buchstaben „R" und „N". Während
der LV-Jahreshauptversammlung 1988 wurde ein eigenes
Landesverbandswappen vorgestellt. Das Landesverbandswappen bekundet mit dem
Wappen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz unsere Heimat und mit dem Wappen der
Preußischen Rheinprovinz und dem Wappen des Grafen Heinrich von Nassau unsere
Vergangenheit als Tradition. Die drei Teile des rheinland-pfälzischen
Landeswappens erinnern an die bis 1806 existierenden Kurfürstentümer Trier,
Mainz und Pfalz, deren Territorien zu großen Teilen innerhalb der heutigen
Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz liegen. Das vordere Drittel des Wappenschildes
nimmt ein rotes Kreuz auf silbernem Grund ein, es ist seit 1273 das Wappen des
Erzbistums Trier. Im daneben stehenden roten Feld erinnert das silberne
sechsspeichige Rad an Kurmainz, dessen Erzbischöfe dieses Symbol seit dem 13.
Jahrhundert im Siegel führten. Der goldene Rotbewehrte Löwe im schwarzen Feld
trägt eine rote Krone. Damit ist der besondere Rang der Bayernherzöge als „Pfalzgrafen
bei Rhein" zum Ausdruck gebracht. Das Wappenschild ist von einer Krone aus
fünf goldenen Weinblättern in stilisierter Form überhöht (Volkskrone), ein
Zeichen der Volkssouveränität und ein Hinweis darauf, dass Rheinland-Pfalz das
bedeutendste deutsche Weinland ist. Im linken unteren Drittel versinnbildlicht
das Wappen der Preußischen Rheinprovinz mit preußischem Adler mit Krone,
Zepter und Weltkugel mit dem stilisierten Rhein und dessen Landschaft die
ehemalige Zugehörigkeit der Regierungsbezirke Koblenz und Trier zur
Rheinprovinz. Das rechte Drittel im Wappen spiegelt die ehemalige Zugehörigkeit
des damaligen Regierungsbezirks Montabaur zur preußischen Provinz Hessen-Nassau
wieder, es zeigt einen gekrönten goldenen Löwen auf blauem Grund und mit
Schindeln bestreut, das Wappen des Grafen Heinrich von Nassau. So war denn auch
die Vorstellung des neuen Wappens von Rheinland-Nassau anlässlich der
Eröffnung der 32. LV-Schau in Niederbieber ein Höhepunkt unserer
Verbandsgeschichte. Zu dieser feierlichen Vorstellung und Eröffnung war dann
auch Staatsminister Dieter Ziegler gekommen und ließ sich sichtlich anmerken,
den Erläuterungen des LV-Vorsitzenden
Edgar Hammann folgend, dass hier Historie
und Gegenwart in Gleichklang gebracht worden waren, um künftige Ehrungen und
Auszeichnungen würdig vornehmen zu können. Bei dieser Vorstellung waren auch
das Mitglied des Landtages Herr Josef Happ, Herr Oberbürgermeister Karl-Heinz
Schmelzer, die Beigeordneten Dieter Rollepatz und Heinz Mohr, die
Kreisdeputierten Wilhelm Kinne und Hans Trees (Bürgermeister), Seine
Durchlaucht Fürst zu Wied, Dr. Breidbach, Dipl.-Ing. Rainer Wulff von der LWK
Rheinland-Pfalz, die Abgeordneten des Stadtrates von Neuwied, der
Generalsekretär des Europäischen Verbandes für Geflügel und Kaninchenzucht Adolf
Rudolph und der gesamte Vorstand unseres Landesverbandes anwesend.
Im Jahre 1989 wurde der spätere LV-Vorsitzende (ab 02.06.1996)
Josef Groß Referent für Öffentlichkeitsarbeit im
Landesverband. Ab diesem
Datum wurden wesentliche Dinge im Landesverband neu geregelt bzw. neue
Richtlinien erarbeitet.
1. Neue Satzungen für den Landesverband und für die Vereine wurden erstellt.
Insbesondere wurden die Ziele und Aufgaben der Organisation exakter beschrieben,
um die Gemeinnützigkeit zu erlangen.
2. Der Landesverband wurde 1993 als gemeinnützig anerkannt.
3. Richtlinien für die Ernennung zum Ehrenmeister bzw. Meister der Deutschen
Rassekaninchenzucht im LV wurden herausgebracht.
4. Richtlinien für die Auszeichnung mit LV-Ehrennadeln für die Erwachsenen und
die Jugendlichen wurden neu erarbeitet.
5. Wahlordnungen und Kassenordnungen wurden erstellt und verabschiedet.
6. Um alle Mitglieder des Landesverbandes durchgehend zu informieren, wurde die
„LV-INFO“, die bis 2001 zweimal jährlich und ab 2002 einmal jährlich erscheint,
ab 1993 herausgegeben.
7. Ab 20.07.2005 ist der Landesverband „online“.
Im Jubiläumsjahr 1999 stellte sich unser Landesverband wie folgt dar:
79 Kaninchenzuchtvereine mit 1.475 Mitgliedern
9 Clubs mit 154 Mitgliedern
10 Frauengruppen mit 75 Mitgliedern
60 Jugendgruppen mit 287 Mitgliedern
1 Angoraabteilung mit 8 Mitgliedern
1 Herdbuchabteilung mit 26 Mitgliedern
1 Preisrichtervereinigung mit 22 Mitgliedern
Insgesamt 2.047 Mitglieder
Die Weiterentwicklung des
Landesverbandes, seiner Mitglieder, Clubs, Vereine, Kreisverbände und
Abteilungen wird ab 2005 im Internet vom LV-Vorsitzenden
Josef Groß für die Nachwelt dokumentiert.