Die Weiterentwicklung

Bereits am 21. November 1949 führte der Verein Lützel in Koblenz-Lützel eine Lokalschau durch, Ausstellungsleiter war Albin Gast. Am 26.11.1949 wurde eine Lokalschau in Simmern und am 10.12.1949 eine Lokalschau in Niederbieber durchgeführt. Die nachweislich erste Kreisschau wurde durch den Kreisverband Koblenz am 03.12.1949 in Höhr-Grenzhausen durchgeführt. Der R 355 Metternich führte am 8.1.1950 eine Lokalschau durch, Vorsitzender des Vereines war Johann Hoffmann. Der Kaninchenzuchtverein H 177 1924 Höhr-Grenzhausen feierte am 4.12.1949 sein 25-jähriges Jubiläum, verbunden mit einer überörtlichen Schau. Vereinsvorsitzender war Alois Schmitz, der auch noch am 01.01.1957, als der Verein in RN 3 Höhr-Grenzhausen umbenannt wurde, im Amt war. Mitglieder des H 177 ab 1.1.1946 waren unter anderem die im Landesverband unvergessenen Kurt Haußmann und Hubert Schmidt.

Die zweite Kreisschau des KV Koblenz wurde am 8./9.12.1950 vom Verein Bad Ems durchgeführt, Ausstellungsleiter war Eugen Haußmann, Bad Ems. Am 22.11.1950 wurde die Arbeitsgemeinschaft der Angorazucht in Koblenz gegründet. Leider war diese Arbeitsgemeinschaft nicht lange tätig. Während das Ausstellungswesen in den Vereinen und Kreisverbänden klappte, wurden seitens des Vorstandes Anstrengungen unternommen, eine Landesschau durchzuführen.

Die Landwirtschaftskammer richtete die 1. Landestierschau vom 8.-16.9.1951 in Koblenz aus. Hier stellten Züchter aus dem gesamten Verbandsgebiet aus. Leider konnten nicht alle gemeldeten Tiere ausgestellt werden, da die Platzverhältnisse dies nicht zuließen.

Der Landesverband bestand im Zuchtjahr 1951 aus 24 Vereinen mit 422 Mitglieder, die 5.243 Kaninchen, davon 1.214 Angora, züchteten. Auf Initiative des LV-Preisrichterobmanns und zugleich KV-Vorsitzender des Kreisverbandes Neuwied, Robert Baldus, richtete der R 648 Irlich, heute RN 20 Irlich, am 29.-30.1.1952 eine Schau auf Landesebene aus.

Am 24./25.1.1953 wurde dann die erste offizielle Landesschau in Bad Kreuznach durchgeführt. Der Landesverband bestand aus 26 Kaninchenzuchtvereinen, mit 410 Mitgliedern, die im Zuchtjahr 1953 4.972 Kaninchen, davon 1.165 Angora, züchteten. Die zweite LV-Schau fand am 9./10.1.1954 im Weindorf in Koblenz statt. Ausrichter war der Verein Lützel mit dem sehr aktiven Vorsitzenden Albin Gast. Josef Genius führte, während der LV-Schau, die erste Schulung der Zuchtwarte durch.

Das Jahr 1954 war für den noch jungen Landesverband ein bewegtes Jahr. Man war mit der Führung des Landesverbandes nicht mehr zufrieden, Unmut wurde geäußert. Es ging nicht schnell genug vorwärts. Auf der LV-Versammlung am 25.05.1954 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Mit der Wahl dieses LV-Vorstandes endete die Geschäftsführung durch die LWK offiziell. Am 27.3.1955 verstarb Willi Würges, der Schrift- und Geschäftsführer des Landesverbandes, der auch Vorsitzender des Vereines Bendorf war. Er wollte im Sinne des Landwirtschaftsrates Josef Genius weiter arbeiten und darüber hinaus dem Landesverband neue Impulse geben. Dazu ist es aber nicht gekommen.

Im Jahre der Vereinsgründung waren im Zuchtjahr 1955 alle Vereine von der Beitragszahlung an den Landesverband befreit. Der Beitrag an den Landesverband betrug in den Jahren 1955/1956 0,45 DM pro Jahr und Mitglied, bei einem Durchschnittsstundenlohn von 0,70 DM demnach ca. einen halben Stundenlohn. Der heutige Beitrag an den Landesverband, der bis zur Umstellung auf Euro 10,00 DM betrug, ist im Verhältnis zum Einkommen nicht höher als 1955. Ab dem Zuchtjaht 2007 wird ein jährlicher Beitrag von 6,00 Euro pro Mitglied an den Landesverband gezahlt.

Bewertet wurden die Kaninchen nach den "Bewertungs-Richtlinien des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter der westlichen Zonen". Nach diesen Richtlinien wurde die Bewertung für Alttiere wie folgt festgelegt: 1. Größe; 2. Körperform und -bau - Rassenmerkmale; 3. Fell - Wolle; 4. Farbe - Zeichnung; 5. Schaufertigkeit - Kennzeichnung. Es gab für die einzelnen Bewertungskriterien so genannte besondere Schlüsselzahlen, die nicht auf der Bewertungsurkunde vermerkt wurden. Als Gesamtbeurteilung gab es die Prädikate vorzüglich, sehr gut, gut, befriedigend und nicht befriedigend. Das Gesamturteil auf der Bewertungsurkunde wurde mit den Schlüsselzahlen ergänzt, so dass sowohl das erhaltene Prädikat als auch die errechnete Gesamtpunktzahl (Schlüsselzahl) in Erscheinung traten. Als Höchstnote konnte demnach "vorzüglich, 50 Punkte" vergeben werden. Die Rassen wurden in Abteilung I (Große Rassen), Abteilung II (Mittelgroße Rassen), Abteilung III (Kleine Rassen), Abteilung IV (Langhaarrassen) und Abteilung V (Kurzhaarrassen) eingeteilt. Es waren 33 Rassen anerkannt. In Position eins, Größe, wurde beim Deutschen Riesen grau z. B. eine Körperlänge von 68-72 cm und ein Gewicht zwischen 5,5 und 6,5 kg gefordert.

Bereits 1956 legte Max Pollmer das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. In der LV-Versammlung am 25.3.1956 in Lützel wurde ein neuer Vorstand gewählt. Unter dem neuen Vorsitz war jetzt ein gewaltiger Aufwärtstrend festzustellen. Neue Vereine wurden gegründet, die Mitgliederzahl stieg. Die Kaninchenzüchter (Tätomeister) tätowierten ihre Tiere mit H für Hessen oder R für Rheinland. Einige, die darüber nachdenken, werden fragen, warum dieses sieben Jahre nach Gründung des LV immer noch so war. Alle 79 Kaninchenzüchtervereine in unserem Landesverband beginnen heute mit "RN". Dieses "RN" steht ja bekanntlich für Rheinland-Nassau. Bis zur LV-Herbstversammlung am 14.10.56 im Gasthaus "Bürgerstube" in Koblenz waren die Organisation des LV, die Vereinszugehörigkeit zu den einzelnen Kreisverbänden, die Namengebung der Vereine und das anzuwendende Täto kaum, man muss schon sagen überhaupt nicht geregelt. Es dauerte mehr als sieben Jahre seit der Gründung des LV, bis es zu einer einheitlichen Regelung in unserem LV kam. Unser erster LV-Vorsitzender, ab 24.3.1949 war dieses Johann Scheidt, unser zweiter LV-Vorsitzender, bis zur LV-Jahreshauptversammlung am 25.03.1956 Max Pollmer, hatten wahrscheinlich zunächst wichtigere Dinge zu tun als z. B. eine LV-Satzung zu erstellen und beschließen zu lassen, oder sich um die Vereinsnamen zu kümmern.

Der dritte LV-Vorsitzende F.A. Fandel, der bei der LV-JHV am 25.03.1956 gewählt wurde, teilte mit Rundschreiben 1/56 die ersten Entwürfe einer LV-Satzung mit. Bei der Herbstversammlung des LV am 14.10.1956 wurde die erste Satzung des LV Rheinland-Nassau beschlossen. Bei dieser Herbstversammlung wurde dann auch der Beschluss gefasst, dass alle KZV des Landesverbandes ab 01.01.1957 das einheitliche Täto, das mit "RN" beginnt, zu führen haben. Die Nummern der Vereine wurden ausgelost. Es gab zur damaligen Zeit 31 KZV in unserem LV. Der KZV RN 33 Ochtendung gehörte z. B. auch zu den damalig bestehenden KZV. Nun besteht natürlich die berechtigte Frage, warum dann "RN 33" und nicht höchstens "RN 31", wenn es doch nur 31 Vereine gab. Die Frage ist ganz einfach zu beantworten. Niemand wusste genau, wie viele Vereine dem LV Rheinland-Nassau angehören wollten bzw. wie viele Vereine auf dieser Herbstversammlung anwesend waren. Eine Zählung ergab, dass Mitglieder von 33 Vereinen anwesend waren. Man hatte sich jedoch verzählt und deswegen anstatt 31 Zettel mit den laufenden Nummern 1 bis 31 die laufenden Nummern 1 bis 33 in einen Hut geworfen und zur Auswahl bereitgestellt. Die Nummern 15 und 28 wurden nicht gezogen. Sie blieben frei. So kam es, dass an die später gegründeten KZV RN 15 Speicher die Nummer 15 und an den KZV RN 28 Diez die Nummer 28 vergeben wurde.
Ab 01.01.1957 nannten sich die einzelnen Kaninchenzuchtvereine unseres LV wie folgt
(Vereinsvorsitzende in Klammern):
RN 1 Hönningen (Matthias Heck, Hönningen)
RN 2 Montabaur (Walter Saal, Mantabaur)
RN 3 Höhr-Grenzhausen (Alois Schmitz, Höhr-Grenzhausen)
RN 4 Sinzig (Josef Dahm, Kripp)
RN 5 Bad Ems (Christian Brahm, Bad Ems)
RN 6 Lützel (H. Braschoss, Koblenz)
RN 7 Neuendorf (Johann Bernard, Neuendorf)
RN 8 Weis (Vinzenz Ley, Weis)
RN 9 Winningen (Ernst Löwenstein, Winningen, bis zu seinem Tod 2002 Vorsitzender)
RN 10 Bad Neuenahr (Peter Josef Odenkirchen, Bad Neuenahr)
RN 11 Mertloch (Karl Knieper, Mertloch)
RN 12 Mayen (Georg Velten, Mayen)
RN 13 Trier (Georg Müller, Zemmer)
RN 14 Trier-Heiligkreuz (H. Zaunmüller, Trier)
RN 15 frei
RN 16 Polch (P. Nachtsheim, Polch)
RN 17 Metternich (Jakob Hirt, Metternich)
RN 18 Neuwied (Fritz Höger, Neuwied)
RN 19 Niederbieber (Fritz Polifka, Niederbieber)
RN 20 Irlich (W. Jankowski, Irlich)
RN 21 Obermendig (Josef Hermann, Obermendig)
RN 22 Oberstein 1906 (St. Drenkelfuhs, Idar-Oberstein)
RN 23 Ettringen (Johann Schlaf, Ettringen)
RN 24 Nassau/Lahn (August Wagner, Nassau)
RN 25 Simmern (M. Solzbacher, Simmern)
RN 26 Bendorf (Martin Engel, Bendorf)
RN 27 Oberlahnstein (Josef Eimuth, Oberlahnstein)
RN 28 frei
RN 29 Mittelbollenbach (Hermann Tasch, Mittelbollenbach)
RN 30 Marienhausen (Hubert Schmidt, Marienhausen)
RN 31 Plaidt (Josef Krämer, Plaidt)
RN 32 Wirges (Karl, Erzbach, Wirges)
RN 33 Ochtendung (Peter Neideck, Ochtendung)
Im Laufe der Jahre 1957 und 1958 kamen folgende Vereine dazu:
RN 34 Stockum (Josef Biehl, Stockum)
RN 35 Monreal Eifel-Gold (Werner Feils, Monreal)
RN 36 Rennerod (Johann Rose sen., Rennerod)
RN 37 Weissenthurm (Jakob Zirus, Weissenthurm)
RN 38 Nastätten (Karl Seibel, Nastätten)
RN 39 Konz/Trier (Robert Blau, Konz)
RN 100 Einzelerlaubnis für Dr. H. Rock aus Bernkastel

Der an den LV abzuführende Jahresbeitrag durch die Vereine wurde ab 01.01.1957 auf 1,00 DM festgelegt. Ab 1960 betrug der Beitrag dann 2,00 DM. Mit Rundschreiben Nr. 4 von 1956 wurde die Drucksachenverteilerstelle des Landesverbandes Rheinland-Nassau eingeführt, F.A. Fandel übernahm sie selbst. Schon ein Jahr später schlief die ganze Sache ein. Die Drucksachenverteilerstelle funktionierte lange Zeit nicht.

Im Jahre 1991 wurde sie wieder als Landesverbandsdrucksachenverteilerstelle "ins Leben" gerufen und zunächst von Albert Klaeser geführt. Ab Mai 1993 wird die Drucksachenverteilerstelle von Roswitha Groß organisiert. Der gesamte Gewinn wird seit 1991 an den Landesverband abgeführt.

Bei der LV-Schau am 05./06.01.1957 in der Turnhalle in Montabaur wurden die Tiere von den Preisrichtern Baldus, Hauser und Dames bewertet. Die drei Preisrichter standen den Züchtern am Tag des Aussetzens, dem 06.01.1957, für Züchterfragen zur Verfügung.

Am 1.7.1957 wurde auch in unserem LV die Schurkontrolle eingeführt. Als Vertrauensleute wurden gewählt: Matthias Röhrig, Bad Hönningen, Johann Schlaf, Ettringen, Eugen Haußmann, Bad Ems, Robert Drenkelfuhs, Idar-Oberstein, Hubert Schmidt, Marienhausen, Walter Bodens und Georg Müller. Bei der LV-Schau am 11./12.12.1958 im Saal des Hotels "Michels" in Wirges wurden die Tiere von den Preisrichtern Baldus, Hauser, Dames, Ries und Metzger bewertet. Hier standen die Preisrichter ebenfalls für Züchterfragen zur Verfügung. Danach wurde diese Modalität nicht mehr praktiziert, da einzelne Züchter nicht fachlich diskutieren wollten, sondern Streit mit den Preisrichtern suchten, weil sie mit der Bewertung ihrer Tiere nicht einverstanden waren. Bei der 41. LV-Schau am 9./10.1.1999 in Niederdürenbach stellte sich der LV-Abteilungsleiter der Preisrichter, Hubert Kreier, für Züchterfragen zur Verfügung. Bei der LV-JHV am 2.3.58 in Koblenz im Gasthaus "Bürgerstube" aßen alle Anwesenden gemeinsam zu Mittag, das Mittagessen kostete 2,20 DM. Die Einheitssatzung für Kaninchenzuchtvereine, die der ZDK einführte wurde bekannt gegeben. Dadurch wurde nach Jahren der Unsicherheit eine gewisse "Vereinssicherheit" hergestellt. LV-Vorsitzender F.A. Fandel teilte den Delegierten mit, dass im LV Rheinland-Nassau 500 Mitglieder organisiert seien. Auf Vorschlag des damaligen LV-Jugendleiters Walter Saal wurde ein Jugendausweis für jugendliche Züchter eingeführt.

1959 wurde vom LV Rheinland-Nassau die ZDK-Haupttagung in Montabaur im Spielmann’s Kurhotel durchgeführt. Für den jungen LV war es ein einmaliges Erlebnis. Leider konnten an dem Züchterabend nicht alle Züchterfreunde teilnehmen, da der Saal zu klein war.

Auf der LV-Schau am 09./10.01.1960 in Irlich wurde zum ersten Mal offiziell eine Jugendgruppe angeschlossen. Aus der Landesverbandskasse erhielt der Verein, der eine KV-Schau durchführte, einen Betrag von 50,00 DM.

Im Jahre 1962 bestand der Landesverband aus folgenden Kreisverbänden: KV Ahrweiler mit zwei Kaninchenzuchtvereinen, KV Koblenz (9 KZV), KV Lahn-Westerwald (12 KZV), KV Mayen (11 KZV), KV Neuwied (7 KZV), KV Obere Nahe (7 KZV), KV Sieg-Westerwald (5 KZV) und KV Trier-Saarburg (14 KZV). Es waren 1.195 Mitglieder gemeldet, die 16.729 Kaninchen, davon 412 Angora, züchteten. Wer eine neue Rasse herauszüchten wollte, hatte an den Landesverband 20,00 DM Genehmigungsgebühr zu zahlen.Das erste LV-Schiedsgericht wurde provisorisch eingerichtet. 1. Vorsitzender des LV-Schiedsgerichts wurde Kurt Haußmann, der auch LV-Obmann für Angora war und im Frühjahr 1962 bei der JHV zum LV-Vorsitzenden gewählt wurde. Aus beruflichen aber auch aus persönlichen Gründen legte LV-Vorsitzender F.A. Fandel sein Amt nieder, an der Jahreshauptversammlung nahm er nicht teil. Die Hauptversammlung fand im Mai 1962 in Koblenz statt. Zwei Wahlvorschläge standen im Raum: Kurt Haußmann aus Oetzingen und Georg Velten aus Mayen. Mit großer Mehrheit wurde Kurt Haußmann zum 1. LV-Vorsitzenden gewählt. Der Aufwärtstrend im LV wurde fortgesetzt.

1965 wurde die ZDK-Haupttagung in Braubach durchgeführt, ein einmaliges Erlebnis für alle Teilnehmer. Alle Landesverbände und Sparten waren vertreten. Man war überrascht von dem schönen Städtchen und der guten Unterbringung. So wurde von einigen Teilnehmern anschließend noch Urlaub gemacht. Von Seiten des LV und auch der Stadt wurde alles getan, um den Teilnehmern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Am 26.3.1972 bestand der Landesverband aus 10 Kreisverbänden, 86 Vereinen, 3 Frauengruppen, 42 Jugendgruppen und einem Club. Der zweite Club, der RN 200 „Allgemeiner Wienerclub", war am 1.3.1972 abgemeldet worden.
Vereins- und Clubmitglieder = 1.428
Preisrichtervereinigung = 13
Frauen = 39
Jugend = 217
Der Jahresbeitrag, der an den LV abzuführen war, betrug ab dem Zuchtjahr 1985 7,00 DM.

1987 wurde in Bad Neuenahr die erweiterte Präsidiumssitzung ausgerichtet. Bei dieser Gelegenheit verabschiedete sich Kurt Haußmann von den Mitgliedern des erweiterten Präsidiums, ein schöner und gelungener Abschied. Nach 25-jähriger Tätigkeit kandidierte Kurt Haußmann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Auf der Hauptversammlung in Urmitz wurde ein neuer LV-Vorsitzender gewählt. Zwei Wahlvorschläge standen im Raum: Edgar Hammann aus Neuwied und Werner Rudolph aus Idar-Oberstein. Mit großer Mehrheit wurde Edgar Hammann zum LV-Vorsitzenden gewählt. Kurt Haußmann wurde zum LV-Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bis 1988 waren die Initialen des Landesverbandes die zwei ineinanderverschlungenen Buchstaben „R" und „N". Während der LV-Jahreshauptversammlung 1988 wurde ein eigenes Landesverbandswappen vorgestellt. Das Landesverbandswappen bekundet mit dem Wappen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz unsere Heimat und mit dem Wappen der Preußischen Rheinprovinz und dem Wappen des Grafen Heinrich von Nassau unsere Vergangenheit als Tradition. Die drei Teile des rheinland-pfälzischen Landeswappens erinnern an die bis 1806 existierenden Kurfürstentümer Trier, Mainz und Pfalz, deren Territorien zu großen Teilen innerhalb der heutigen Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz liegen. Das vordere Drittel des Wappenschildes nimmt ein rotes Kreuz auf silbernem Grund ein, es ist seit 1273 das Wappen des Erzbistums Trier. Im daneben stehenden roten Feld erinnert das silberne sechsspeichige Rad an Kurmainz, dessen Erzbischöfe dieses Symbol seit dem 13. Jahrhundert im Siegel führten. Der goldene Rotbewehrte Löwe im schwarzen Feld trägt eine rote Krone. Damit ist der besondere Rang der Bayernherzöge als „Pfalzgrafen bei Rhein" zum Ausdruck gebracht. Das Wappenschild ist von einer Krone aus fünf goldenen Weinblättern in stilisierter Form überhöht (Volkskrone), ein Zeichen der Volkssouveränität und ein Hinweis darauf, dass Rheinland-Pfalz das bedeutendste deutsche Weinland ist. Im linken unteren Drittel versinnbildlicht das Wappen der Preußischen Rheinprovinz mit preußischem Adler mit Krone, Zepter und Weltkugel mit dem stilisierten Rhein und dessen Landschaft die ehemalige Zugehörigkeit der Regierungsbezirke Koblenz und Trier zur Rheinprovinz. Das rechte Drittel im Wappen spiegelt die ehemalige Zugehörigkeit des damaligen Regierungsbezirks Montabaur zur preußischen Provinz Hessen-Nassau wieder, es zeigt einen gekrönten goldenen Löwen auf blauem Grund und mit Schindeln bestreut, das Wappen des Grafen Heinrich von Nassau. So war denn auch die Vorstellung des neuen Wappens von Rheinland-Nassau anlässlich der Eröffnung der 32. LV-Schau in Niederbieber ein Höhepunkt unserer Verbandsgeschichte. Zu dieser feierlichen Vorstellung und Eröffnung war dann auch Staatsminister Dieter Ziegler gekommen und ließ sich sichtlich anmerken, den Erläuterungen des LV-Vorsitzenden Edgar Hammann folgend, dass hier Historie und Gegenwart in Gleichklang gebracht worden waren, um künftige Ehrungen und Auszeichnungen würdig vornehmen zu können. Bei dieser Vorstellung waren auch das Mitglied des Landtages Herr Josef Happ, Herr Oberbürgermeister Karl-Heinz Schmelzer, die Beigeordneten Dieter Rollepatz und Heinz Mohr, die Kreisdeputierten Wilhelm Kinne und Hans Trees (Bürgermeister), Seine Durchlaucht Fürst zu Wied, Dr. Breidbach, Dipl.-Ing. Rainer Wulff von der LWK Rheinland-Pfalz, die Abgeordneten des Stadtrates von Neuwied, der Generalsekretär des Europäischen Verbandes für Geflügel und Kaninchenzucht Adolf Rudolph und der gesamte Vorstand unseres Landesverbandes anwesend.

Im Jahre 1989 wurde der spätere LV-Vorsitzende (ab 02.06.1996) Josef Groß Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Landesverband. Ab diesem Datum wurden wesentliche Dinge im Landesverband neu geregelt bzw. neue Richtlinien erarbeitet.
1.   Neue Satzungen für den Landesverband und für die Vereine wurden erstellt.
Insbesondere wurden die Ziele und Aufgaben der Organisation exakter beschrieben, um die Gemeinnützigkeit zu erlangen.
2.  Der Landesverband wurde 1993 als gemeinnützig anerkannt.
3.  Richtlinien für die Ernennung zum Ehrenmeister bzw. Meister der Deutschen Rassekaninchenzucht im LV wurden herausgebracht.
4.  Richtlinien für die Auszeichnung mit LV-Ehrennadeln für die Erwachsenen und die Jugendlichen wurden neu erarbeitet.
5.  Wahlordnungen und Kassenordnungen wurden erstellt und verabschiedet.
6.  Um alle Mitglieder des Landesverbandes durchgehend zu informieren, wurde die „LV-INFO“, die bis 2001 zweimal jährlich und ab 2002 einmal jährlich erscheint, ab 1993 herausgegeben.
7.  Ab 20.07.2005 ist der Landesverband „online“.

Im Jubiläumsjahr 1999 stellte sich unser Landesverband wie folgt dar:
79  Kaninchenzuchtvereine mit 1.475 Mitgliedern
9    Clubs mit 154 Mitgliedern
10  Frauengruppen mit 75 Mitgliedern
60  Jugendgruppen mit 287 Mitgliedern
1    Angoraabteilung mit 8 Mitgliedern
1    Herdbuchabteilung mit 26 Mitgliedern
1    Preisrichtervereinigung mit 22 Mitgliedern
Insgesamt 2.047 Mitglieder 

Die Weiterentwicklung des Landesverbandes, seiner Mitglieder, Clubs, Vereine, Kreisverbände und Abteilungen wird ab 2005 im Internet vom LV-Vorsitzenden Josef Groß für die Nachwelt dokumentiert.